Therapien

Tiefenpsychologisch fundierte Therapie und kognitive Verhaltenstherapie sind die am weitesten verbreiteten und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit am besten untersuchten Psychotherapieverfahren. Für beide Verfahren existieren zahlreiche Wirksamkeitsnachweise nach wissenschaftlichen Kriterien und beides sind innerhalb des Gesundheitssystems anerkannte Psychotherapieverfahren. Heutzutage gibt es für unterschiedliche Störungen bzw. Erkrankungen spezifische Behandlungskonzepte, die entweder auf einer tiefenpsychologischen oder einer verhaltenstherapeutischen Grundlage aufbauen.

Verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze gehen davon aus, dass viele Aspekte menschlichen Erlebens und Verhaltens (Gefühle, Gedanken, Reaktionsweisen etc.) auf Lernerprozessen im Verlauf des Lebens basieren und dass auch psychischen Symptomen bestimmte Lernerfahrungen zugrunde liegen. In der Therapie geht es unter anderem darum, die Mechanismen zu identifizieren, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung bestimmter Probleme beigetragen haben, um dann Ansatzpunkte für Veränderungen zu finden. Dem Patienten kommt eine aktive Rolle zu; gemeinsam mit dem Therapeuten entwickelt er Lösungsansätze für seine Probleme und arbeitet auch zwischen den einzelnen Sitzungen daran, diese umzusetzen.

Tiefenpsychologische Ansätze basieren auf der Annahme, dass die direkt spürbaren bzw. sichtbaren Symptome oftmals Ausdruck unbewusster Probleme und Konflikte sind. Man geht davon aus, dass Symptome und Konflikte ihren Ursprung in lebensgeschichtlich früheren Erlebnissen haben. Der Patient arbeitet gemeinsam mit dem Therapeuten daran, die Ursachen seiner Problematik zu verstehen und seinen Umgang mit bisher möglicherweise nicht bewussten Wünschen und Motiven zu verändern.

Für die Behandlung der Sozialen Phobie existieren sowohl tiefenpsychologisch fundierte als auch verhaltenstherapeutische Therapiekonzepte. Diese sind jeweils für 25 Therapiestunden konzipiert. Eine Therapiestunde dauert normalerweise 50 Minuten. Therapien finden als Einzelsitzungen (keine Gruppenbehandlung) und in der Regel wöchentlich statt. Sie werden von Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt, die eine spezifische Weiterbildung im jeweiligen Verfahren (Kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie) absolvieren oder abgeschlossen haben.